Hemimorphitara
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Was zwischen den Zellen liegt

Bindegewebe erkennt man weniger an seinen Zellen als an dem, was diese Zellen nach außen abgeben. Fibroblasten scheiden Eiweiße und lange Zuckerverbindungen aus, die sich jenseits der Zellmembran zu einem eigenen Material ordnen, der extrazellulären Matrix. Sie begegnet uns in der Wand von Blutgefäßen, in den Kapseln innerer Organe und in dem lockeren Gewebe, das Organe umhüllt und gegeneinander verschiebbar hält.

Mechanisch betrachtet ist diese Matrix ein Verbundwerkstoff. Kollagenfibrillen fangen Zugkräfte ab, elastische Fasern kehren nach einer Dehnung in ihre Ausgangslänge zurück, und eine wasserreiche Füllmasse aus Proteoglykanen hält die Zwischenräume offen. Lose nebeneinander würden diese Bestandteile wenig ausrichten. Sie werden chemisch verknüpft, abgebaut und erneuert, und an mehreren dieser Schritte arbeiten Enzyme, die ohne ein bestimmtes Metallion nicht katalysieren.

Hemimorphitara folgt zwei solchen Enzymen bis in ihr aktives Zentrum: einem kupferhaltigen Enzym, das Querbrücken zwischen Faserproteinen vorbereitet, und einem manganhaltigen Enzym, das Bruchstücke aus dem Kollagenabbau wieder in Bausteine zerlegt. Für jedes der beiden Elemente existiert eine eigene zugelassene Angabe der Europäischen Union, die hier getrennt zitiert wird.


Querbrücken im Fasernetz

Enzymchemie der Zwischenzellsubstanz für Laien – Mangan und Kupfer stehen in getrennten Abschnitten, jeweils mit eigenem EU-Wortlaut.

Enzyme und Tabellen ansehen

Bauteile links, Elemente rechts

Links der Aufbau des Materials, rechts die beiden Spurenelemente mit ihrem Enzym und der Formulierung aus dem Unionsrecht.

Fibrille, elastische Faser, Füllmasse

Wer verstehen will, weshalb ein Metallion im Bindegewebe gebraucht wird, sollte die Bauteile kennen, an denen Enzyme ansetzen.

Kollagenfibrillen
Drei Eiweißketten winden sich zu einem Strang, viele Stränge lagern sich versetzt zu einer Fibrille zusammen. Ohne kovalente Verbindungen zwischen den Strängen könnten sie unter Zug aneinander vorbeigleiten.
Elastische Fasern
Ihr Kern besteht aus Elastin, dessen einzelne Moleküle über ungewöhnliche, ringförmige Verknüpfungen zu einem dehnbaren Netz verbunden sind.
Proteoglykane
Ein Eiweißkern trägt lange, negativ geladene Zuckerketten. Sie ziehen Wasser an und füllen den Raum zwischen den Fasern.

Mangan

In der Prolidase halten zwei Mangan-Ionen ein Wassermolekül so fest, dass es die Bindung unmittelbar vor einem Prolin angreifen kann. Damit öffnet das Enzym kurze Reste aus dem Kollagenabbau, an denen die übrigen peptidspaltenden Enzyme der Zelle scheitern. Das freigesetzte Prolin steht für neue Eiweißketten wieder zur Verfügung.

„Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Kupfer

Die Lysyloxidase trägt im aktiven Zentrum ein Kupfer-Ion und daneben einen Cofaktor, den sie aus zwei eigenen Aminosäuren formt. Gemeinsam machen sie aus der Seitenkette eines Lysins ein Aldehyd, das Allysin. Zwei solche Aldehyde in benachbarten Molekülen, oder ein Aldehyd und ein unveränderter Lysinrest, reagieren danach ohne weitere Hilfe miteinander.

„Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Eine Kollagenkette zwischen Verknüpfung und Abbau

Kollagen verlässt die Zelle als Vorläufermolekül mit sperrigen Endstücken. Erst wenn diese außerhalb der Zelle abgeschnitten sind, lagern sich die Stränge zu Fibrillen zusammen. In diesem Moment liegen sie noch unverbunden nebeneinander. Was aus ihnen ein zusammenhängendes Material macht, geschieht in den folgenden Stunden und Tagen an der Oberfläche der wachsenden Fibrille.

Allysin als chemischer Ankerpunkt

Die Lysyloxidase wird als inaktive Vorstufe ausgeschieden und nach dem Abspalten eines Propeptids aktiv. Sie greift gezielt Lysinreste an den nicht gewundenen Enden der Kollagenmoleküle an. Unter Verbrauch von Sauerstoff wird die Aminogruppe der Seitenkette abgelöst, übrig bleibt eine reaktionsfreudige Aldehydgruppe. Als Nebenprodukte entstehen Ammoniak und Wasserstoffperoxid.

Was danach folgt, braucht kein Enzym mehr. Das Aldehyd reagiert mit einer Aminogruppe oder einem zweiten Aldehyd im Nachbarmolekül. Zunächst bilden sich zweiwertige Verbindungen, die im Lauf der Zeit zu dreiwertigen Brücken wie Pyridinolin weiterreagieren. Das Kupfer-Ion bleibt dabei im Enzym; ohne es fehlt der Lysyloxidase ihre katalytische Aktivität. Für Kupfer hat die EU folgende Angabe zugelassen:

„Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Das Zwei-Metall-Zentrum der Prolidase

Kollagen wird fortlaufend abgebaut und neu gebildet. Kollagenasen und weitere Proteasen zerschneiden die Stränge in immer kleinere Stücke, bis Zweierbausteine übrig bleiben. Endet ein solches Dipeptid auf Prolin oder Hydroxyprolin, hält der starre Ring dieser Aminosäure die Peptidbindung in einer Lage, an die gewöhnliche Dipeptidasen nicht herankommen.

Die Prolidase ist auf genau diese Bindung zugeschnitten. In ihrer Bindetasche sitzen zwei Mangan-Ionen, die über ein gemeinsames Hydroxid-Ion verbunden sind. Dieses Hydroxid greift das Kohlenstoffatom der Peptidbindung an, und das Dipeptid zerfällt in seine beiden Aminosäuren. Das Prolin kann erneut in eine Kollagenkette eingebaut werden. Für Mangan lautet die zugelassene Angabe:

„Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

Zuckerketten für die wasserreiche Füllmasse

Mangan-Ionen tauchen noch an einer zweiten Stelle auf. Im Golgi-Apparat verlängern Glykosyltransferasen die Zuckerketten von Proteoglykanen, indem sie aktivierte Zuckerbausteine einzeln anhängen. Mehrere dieser Enzyme binden ihren Zuckerspender nur, wenn ein zweiwertiges Metallion, oft Mangan, die Phosphatgruppen des Spenders ausrichtet.

Die beschriebenen Enzyme sind wissenschaftlicher Hintergrund. Die Verordnung selbst nennt keines davon; sie formuliert für jedes Element einen eigenen Satz über das Bindegewebe, und jeder dieser Sätze gilt nur für das darin genannte Element.


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Reaktionsschemata zu Lysyloxidase und Prolidase, zwei Enzymtabellen und der vollständige Wortlaut beider EU-Angaben, jede ihrem Element zugeordnet.

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Die gesetzliche Frist für einen Widerruf liegt bei 14 Tagen; welche Bedingungen gelten, nennt die Widerrufsbelehrung.


Gesundheitshinweis

Die Texte von Hemimorphitara vermitteln biochemisches Hintergrundwissen. Eine Diagnose, einen Therapievorschlag oder das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können sie nicht ersetzen, besonders dann nicht, wenn Beschwerden bestehen, eine Schwangerschaft vorliegt oder Arzneimittel eingenommen werden.

Ein Nahrungsergänzungsmittel gleicht eine einseitige Kost oder eine ungesunde Lebensführung nicht aus; beides bleibt die Grundlage. Wer ein solches Präparat verwendet, bleibt bei der Tagesmenge, die auf der Packung steht, oder darunter. Die Packung gehört an einen Platz, den kleine Kinder nicht erreichen.

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